Sechs Fragen, die dir helfen, deinen nächsten beruflichen oder unternehmerischen Schritt klarer einzuordnen.
Wenn deine Entwicklung schneller ist als deine Positionierung
Du hast in den vergangenen Jahren Erfahrungen gesammelt, Verantwortung übernommen, Entscheidungen getroffen und Veränderungen gestaltet.
Vielleicht führst du heute größere Teams, arbeitest an komplexeren Herausforderungen oder bereitest dich auf eine neue Rolle vor. Vielleicht verändert sich dein Unternehmen. Oder du spürst, dass die nächste Phase deiner beruflichen oder unternehmerischen Entwicklung andere Anforderungen an dich stellt.
Mit jeder dieser Veränderungen entwickelt sich auch dein Profil weiter.
Doch nicht immer verändert sich gleichzeitig das Bild, das andere von dir haben.
Du wirst möglicherweise weiterhin mit deiner bisherigen Funktion, früheren Aufgaben oder Kompetenzen verbunden, die längst nicht mehr dein gesamtes Potenzial widerspiegeln.
Du hast dich weiterentwickelt. Aber ist deine Positionierung mitgewachsen?
Diese Frage verdient Aufmerksamkeit – besonders dann, wenn du deinen nächsten Schritt nicht dem Zufall überlassen möchtest.
Warum eine erfolgreiche Laufbahn noch keine klare Positionierung bedeutet
Erfahrene Führungspersönlichkeiten und Unternehmer verfügen häufig über ein breites Spektrum an Kompetenzen.
Sie haben Herausforderungen bewältigt, Ergebnisse erzielt und sich in unterschiedlichen Situationen bewährt.
Doch aus dieser Erfahrung entsteht nicht automatisch ein klares Bild davon, wofür sie künftig stehen möchten.
Es macht einen Unterschied, ob du deine bisherige Laufbahn beschreiben kannst oder ob andere verstehen, welchen besonderen Wertbeitrag du in einer zukünftigen Rolle leisten kannst.
Eine strategische Positionierung verbindet deshalb drei Perspektiven:
- Deine Substanz: Welche Erfahrungen, Kompetenzen und Stärken zeichnen dich aus?
- Deine Richtung: Welche Verantwortung möchtest du künftig übernehmen und welche Wirkung erzielen?
- Deine Relevanz: Für welche Menschen und Herausforderungen soll deine Position erkennbar und bedeutsam sein?
Erst im Zusammenspiel entsteht ein Profil, das über eine Stellenbezeichnung oder eine überzeugende Selbstbeschreibung hinausgeht.
In meinem Beitrag „Deine Positionierung gehört dir“ gehe ich ausführlicher darauf ein, warum diese Klarheit gerade für erfahrene Führungspersönlichkeiten wichtig ist – unabhängig davon, welche Funktion sie aktuell ausüben.
Fünf Anzeichen, dass deine Positionierung eine neue Standortbestimmung braucht
Nicht jede berufliche Veränderung erfordert eine vollständige Neupositionierung.
Manchmal genügt es, die eigene Entwicklung bewusst zu reflektieren und bestimmte Aspekte klarer herauszuarbeiten.
Es gibt jedoch Situationen, in denen sich eine genauere Auseinandersetzung besonders lohnt.
1. Deine Verantwortung hat sich verändert
Du übernimmst heute Aufgaben, die deutlich über deine frühere Rolle hinausgehen. Doch in Gesprächen und in deinem beruflichen Netzwerk wirst du weiterhin vor allem mit deiner bisherigen Funktion verbunden.
2. Du möchtest neue Möglichkeiten erschließen
Vielleicht denkst du über eine Geschäftsführungsposition, ein Aufsichtsratsmandat, eine neue Führungsaufgabe oder die nächste unternehmerische Phase nach.
Dafür reicht es nicht immer aus, auf bisherige Erfolge zu verweisen. Entscheidend ist auch, wofür du künftig als geeignete Persönlichkeit wahrgenommen werden möchtest.
3. Deine Expertise ist breiter geworden
Du hast unterschiedliche Erfahrungen gesammelt und kannst in vielen Bereichen einen Beitrag leisten.
Gerade deshalb fällt es dir möglicherweise schwer, den Kern deiner Position auf den Punkt zu bringen.
Doch eine klare Positionierung bedeutet nicht, deine Erfahrung künstlich zu reduzieren. Sie bedeutet, ihren besonderen Zusammenhang und Wert erkennbar zu machen.
4. Deine Außenwahrnehmung entspricht nicht mehr deinem Selbstbild
Du weißt, wie du dich entwickelt hast.
Aber wissen das auch die Menschen, deren Einschätzung für deine nächsten Schritte wichtig ist?
Zwischen der eigenen Entwicklung und der bestehenden Reputation kann eine Lücke entstehen, die im beruflichen Alltag lange unbemerkt bleibt.
5. Du möchtest bewusster entscheiden, was als Nächstes kommt
Positionierung hilft nicht nur dabei, für neue Aufgaben in Betracht gezogen zu werden.
Sie unterstützt dich auch dabei, selbst zu beurteilen, welche Möglichkeiten tatsächlich zu deinen Kompetenzen, Werten und Ambitionen passen.
Strategische Klarheit schafft nicht nur Sichtbarkeit. Sie schafft berufliche Handlungsspielräume.
Wie klar ist deine Position heute?
Wer sich über viele Jahre beruflich entwickelt hat, betrachtet die eigene Laufbahn häufig aus einer vertrauten Perspektive.
Man kennt seine Erfahrungen, Leistungen und bisherigen Entscheidungen.
Schwieriger ist manchmal die Frage, welches Bild daraus für andere entsteht – und ob dieses Bild zur eigenen Zukunft passt.
Deshalb habe ich den Positionierungs-Check entwickelt.
Er bietet dir die Möglichkeit, deine aktuelle Situation anhand von sechs Fragen bewusst einzuordnen.
Dabei geht es unter anderem darum,
- wie klar dein nächster beruflicher oder unternehmerischer Schritt ist,
- wofür du künftig stehen möchtest,
- wie deutlich dein besonderer Wertbeitrag wird,
- ob deine Außenwahrnehmung deiner tatsächlichen Entwicklung entspricht,
- und wo du möglicherweise noch Klarheit gewinnen solltest.
Du erhältst eine erste persönliche Einordnung deiner Antworten.
Der Check ist keine umfassende Positionierungsanalyse und ersetzt auch nicht die Perspektive eines strategischen Sparrings.
Aber er kann dir helfen, genauer zu erkennen, an welchen Stellen sich eine vertiefte Auseinandersetzung lohnt.
Jetzt den Positionierungs-Check machen
Sechs Fragen. Eine erste Standortbestimmung. Ein bewusster Blick auf deinen nächsten Schritt.
Hier geht es zum Positionierungs-Check.
Was du aus deinem Ergebnis mitnehmen kannst
Entscheidend ist nicht allein die erreichte Punktzahl.
Interessanter ist, welche Fragen du bereits klar beantworten kannst und wo du noch unsicher bist.
Achte besonders auf jene Aussagen, bei denen du mit „teilweise“ oder „noch nicht“ geantwortet hast.
Vielleicht erkennst du, dass deine berufliche Richtung bereits klar ist, dein besonderer Wertbeitrag aber noch nicht ausreichend greifbar wird.
Vielleicht weißt du genau, welche Verantwortung du künftig übernehmen möchtest, bist dir jedoch nicht sicher, ob du von den relevanten Menschen bereits entsprechend wahrgenommen wirst.
Oder du stellst fest, dass vor einer nächsten Entscheidung zunächst eine grundlegendere Klärung deiner Ziele notwendig ist.
Solche Erkenntnisse sind kein Defizit.
Sie können der Ausgangspunkt für eine bewusstere strategische Entscheidung sein.
Positionierung beginnt nicht mit Sichtbarkeit
Gerade in einer Zeit, in der persönliche Sichtbarkeit, digitale Präsenz und die eigene Marke immer wichtiger erscheinen, lohnt es sich, die Reihenfolge im Blick zu behalten.
Ein überarbeitetes LinkedIn-Profil oder mehr Kommunikation können eine klare Position unterstützen.
Sie können diese Klarheit jedoch nicht ersetzen.
Bevor du entscheidest, wie du sichtbarer werden möchtest, solltest du wissen, wofür du künftig stehen willst und bei welchen Menschen deine Position relevant sein muss.
Denn Positionierung wird nicht erfunden.
Sie wird herausgearbeitet.
Und manchmal beginnt dieser Prozess mit sechs guten Fragen.
Dein nächster Schritt
Wenn du vor einer neuen beruflichen Verantwortung, einer unternehmerischen Veränderung oder einer wichtigen Entscheidung stehst, lohnt es sich, deine Positionierung bewusst zu überprüfen.
Beginne mit dem Positionierungs-Check.
Wenn du anschließend erkennst, dass du deine Situation und deine nächsten Schritte mit einem erfahrenen Gegenüber vertiefen möchtest, bietet mein persönliches strategisches Sparring den passenden Rahmen.
Meine Arbeit beginnt nicht mit Sichtbarkeit. Sie beginnt mit Klarheit.
Über die Autorin
Louisa Böhringer ist Positioning Strategist, Markenstrategin und Gründerin von PERSONAL BRANDING WIEN. Sie begleitet erfahrene Führungspersönlichkeiten und Unternehmer bei ihrer strategischen Positionierung, ihrer beruflichen Weiterentwicklung und der Vorbereitung auf neue Verantwortung.
Foto © Nicole Viktorik

Add a Comment